IG Immobilien in der Energiegemeinschaft: 8 Zählpunkte in 2 Quartalen
Bilanz von IG Immobilien nach zwei Quartalen in der BEG sonnnig energy, acht Zählpunkte. Beide Balken stehen jeweils für 100 % und sind nicht zueinander maßstabsgetreu. Die MWh-Werte in den gelben Feldern sind aus den veröffentlichten Prozentsätzen gerundet.
Kurzfassung
Seit Ende April 2026 sind ausgewählte Objekte von IG Immobilien Mitglied der Bürgerenergiegemeinschaft sonnnig energy. Acht Zählpunkte, die gleichzeitig erzeugen und beziehen. Nach zwei Quartalen hat IG Immobilien eine erste Bilanz veröffentlicht: Knapp drei Viertel des eingespeisten PV-Stroms blieben in der Gemeinschaft, fast die Hälfte des eigenen Bedarfs kam aus ihr. Rechnerisch 113 Tonnen CO₂-Äquivalente weniger.
830 MWh
eingespeist in zwei Quartalen
72 %
davon in der Gemeinschaft verbraucht statt zum Spotpreis ins Netz
48 %
des eigenen Bezugs von 1.645 MWh kamen aus der Gemeinschaft
Das Setup: acht Zählpunkte, eine Gemeinschaft
IG Immobilien ist mit ausgewählten Objekten beziehungsweise den zugehörigen Gesellschaften beigetreten. Einige Standorte haben PV-Anlagen und speisen Überschüsse ein. Andere verbrauchen mehr, als sie erzeugen. In der Gemeinschaft treffen beide Seiten aufeinander - auch auf die Anlagen und Verbräuche der anderen Mitglieder.
Gewählt wurde eine Bürgerenergiegemeinschaft. Sie ist österreichweit, an keinen Netzbereich gebunden und auch für große Unternehmen offen. Für Unternehmensgruppen ist das meist der entscheidende Punkt: In eine Erneuerbare-Energiegemeinschaft dürfen große Unternehmen nicht.
Die Zahlen nach zwei Quartalen
Zählpunkte, als Erzeuger und Bezieher
8
Einspeisung gesamt
830 MWh
davon in der Gemeinschaft verbraucht
rund 72 % (rechnerisch ca. 600 MWh)
Bezug gesamt
1.645 MWh
davon aus der Gemeinschaft
knapp 48 % (rechnerisch ca. 790 MWh)
berechnete CO₂-Vermeidung
rund 113 t CO₂eq
Für den weiteren Jahresverlauf rechnet IG Immobilien mit mehr als 800 MWh Einspeisung und knapp 1,05 GWh Bezug innerhalb der Gemeinschaft. Daraus ergibt sich ein Potenzial von rund 160 Tonnen CO₂-Äquivalenten - berechnet aus dem Bezug von UZ46-zertifiziertem Strom gegenüber einem durchschnittlichen österreichischen Stromtarif mit 0,152 kg CO₂eq/kWh (Umweltbundesamt, Datenbasis 2023).
„Die bisherigen Ergebnisse stimmen uns positiv.“ - IG Immobilien
Was die Zahlen heißen
72 % sind ein guter Wert. Die übrigen 28 % gingen trotzdem ins Netz. Zum Spotpreis. Das ist der Teil, an dem wir arbeiten.
Der Grund ist fast immer derselbe: Zu Mittag und am Wochenende gibt es in der Gemeinschaft mehr PV-Strom als Abnahme. Zugeordnet wird nur, was in derselben Viertelstunde erzeugt und verbraucht wird. Mehr Bezieher mit Tagesverbrauch, ein Speicher oder Erzeugung, die nicht von der Sonne abhängt, heben die Quote.
Auf der Bezugsseite gilt dasselbe umgekehrt. 48 % aus der Gemeinschaft heißt: 52 % kommen weiter vom Stromlieferanten - abends, nachts, im Winter. Eine Energiegemeinschaft ersetzt den Lieferanten nicht. Sie verdrängt ihn Viertelstunde für Viertelstunde.
Wann sich das für deinen Betrieb auszahlt
Mehrere Standorte. Je mehr Zählpunkte mit unterschiedlichen Lastprofilen, desto öfter findet eine erzeugte Kilowattstunde in derselben Viertelstunde einen Abnehmer. Büro, Wohnanlage, Gewerbefläche, Lager: Wer erzeugt und wer verbraucht, wechselt über den Tag.
Größere PV-Anlagen. Ab einer gewissen Größe deckt eine Dachanlage den eigenen Verbrauch zu Mittag weit über. Ohne Gemeinschaft geht der Überschuss zum Spotpreis ins Netz. Mit Gemeinschaft geht er an andere Mitglieder.
Speicher. Ein Speicher verschiebt den Mittagsüberschuss in den Abend - genau in die Stunden, in denen die Gemeinschaft heute am meisten Strom zukauft.
Wind und Wasserkraft. Sie liefern, wenn PV nichts liefert: nachts, bei Nebel, im Winter. Für die Bezieher in der Gemeinschaft ist das der größte Hebel auf die Deckungsquote. Ob eine Anlage in die UZ46-zertifizierte Gemeinschaft darf, hängt von Technologie und Anlagenalter ab - das prüfen wir vor der Aufnahme.
Woher die Ersparnis kommt - und woher nicht
Erzeuger verkaufen ihren Überschuss in der Gemeinschaft zu einem fixen Preis statt zum Spotpreis. Bezieher zahlen für diesen Anteil weniger als für die Energiekomponente ihres Liefervertrags. Die Ersparnis entsteht in dieser Spanne, je geteilter kWh.
Was eine BEG heute nicht bringt: reduzierte Netzentgelte und den Entfall von Elektrizitätsabgabe und Erneuerbaren-Förderbeitrag. Das gibt es nur in lokalen und regionalen Erneuerbare-Energiegemeinschaften. Ab 1. Jänner 2027 soll die Netzentgelt-Reduktion nach dem Nähekriterium auch für BEGs gelten. Die Höhe legt die E-Control fest, veröffentlicht ist sie noch nicht.
Deshalb rechnen wir vor dem Beitritt für jeden Zählpunkt durch, welches Modell passt. Gehören alle Standorte dir selbst, ist seit 1. Oktober 2026 oft die Eigenversorgungsanlage der direktere Weg. Bist du ein KMU mit Standorten im selben Netzbereich, kann eine regionale EEG mehr bringen.
Schnell und grün: die BEG sonnnig energy
sonnnig energy ist die einzige Bürgerenergiegemeinschaft mit dem Österreichischen Umweltzeichen UZ46 für Grünstrom. Das UZ46 verlangt mehr als das, was in Energiegemeinschaften ohnehin meist erneuerbar ist: welche Anlagen teilnehmen dürfen, wie neu sie sind und welche Anteile Wasserkraft und andere Quellen neben PV zulässig sind.
Für Betriebe heißt das: Der bezogene Strom ist zertifiziert und lässt sich im Nachhaltigkeitsbericht ausweisen - so, wie IG Immobilien seine CO₂-Bilanz rechnet.
Beitreten statt gründen: kein eigener Verein, keine Statuten, keine extra Generalversammlung. Zählpunktanmeldung, EDA-Kommunikation und Abrechnung in 15-Minuten-Auflösung übernehmen wir. Wie lange die Aktivierung dauert, bestimmt dein Netzbetreiber. Meist ist eine Teilnahme innerhalb von 1-2 Wochen realistisch.
Kurz & knapp: Häufig gefragt
Dürfen große Unternehmen in eine Energiegemeinschaft?
In eine Bürgerenergiegemeinschaft ja, auch mit mehreren Standorten in ganz Österreich und bis 6 MW Erzeugungsleistung je Zählpunkt. In eine Erneuerbare-Energiegemeinschaft nicht.
Wie viel spart ein Unternehmen in der BEG?
Das hängt an der Spanne zwischen Gemeinschaftspreis, Spotpreis und Liefervertrag - und daran, wie viel in derselben Viertelstunde geteilt wird. Eine pauschale Zahl wäre geraten. Melde dich bei uns und wir rechnen es gerne mit deinen Lastprofilen durch.
Muss ich meinen Stromlieferanten wechseln?
Nein. Was in der Viertelstunde nicht aus der Gemeinschaft gedeckt wird, liefert weiter dein Energieversorger. Überschüsse, die niemand abnimmt, gehen weiter in die Einspeisung. Bei größeren Verträgen bedarf es einer Abstimmung mit dem Stromlieferanten. Gerne helfen wir dabei und liefern passende Prognosen.
Können Wind- und Wasserkraftanlagen teilnehmen?
Ja. In der UZ46-zertifizierten BEG sonnnig energy gelten zusätzliche Vorgaben zu Technologie, Anlagenalter und Anteilen. Wir prüfen das vor der Aufnahme.
Wie wird die CO₂-Vermeidung berechnet?
IG Immobilien rechnet mit den von der Gemeinschaft ausgewiesenen Strommengen und vergleicht den Bezug von UZ46-Strom mit dem Emissionsfaktor eines durchschnittlichen österreichischen Stromtarifs: 0,152 kg CO₂eq/kWh laut Umweltbundesamt, Datenbasis 2023.
Mehrere Standorte, eigene PV, Speicher oder Wind? Erstgespräch vereinbaren. 15 Minuten, danach weißt du, welches Modell für deine Zählpunkte passt.
Quellen
IG Immobilien: Zwischenbilanz zur Teilnahme an der sonnnig Bürgerenergiegemeinschaft, LinkedIn, Oktober 2026
verfasst am 19.10.2026 von Lukas Hückel. Lukas ist Mitgründer von sonnnig. Er kümmert sich um Gründung, Verwaltung und Optimierung von Energiegemeinschaften in allen Formen. lukas@sonnnig.at