Blogpost #1: Energy Sharing

EEG vs. BEG: Welche Energiegemeinschaft passt in Österreich wirklich?

Kurz erklärt: lokale & regionale EEGs, österreichweite BEGs – mit echten Vor- und Nachteilen aus der Praxis.

Wenn man Energiegemeinschaften googelt, klingt alles nach „nice, wir teilen Strom“. In der Realität entscheidet aber ein Punkt ziemlich schnell, ob das Projekt wirtschaftlich und organisatorisch leicht läuft: Wie nahe liegen Erzeuger und Verbraucher im Netz – und wie gut passen ihre Profile zusammen?

Eine EEG ist regional oder lokal beschränkt (und spart Netzkosten), BEG ist „größer & flexibler“ (und skaliert leichter). Beides kann Sinn machen – nur nicht für jedes Ziel.


EEG: lokal oder regional – und warum das (wirklich) zählt

Eine Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft (EEG) ist auf einen Nahebereich begrenzt. In der Praxis gibt es zwei typische Ausprägungen:

  • Lokale EEG: „Nachbarschaft“ – im selben Bereich einer Trafostation.
  • Regionale EEG: „rund ums Umspannwerk“ – oft mehrere Gemeinden, aber weiterhin im passenden Netzgebiet.

Vorteile

  • Netzkosten-Ersparnis: In EEGs gibt es reduzierte arbeitsbezogene Netzentgelte (je nach lokal/regional und Netzebene).
  • Regionale Story: Strom bleibt „in der Gegend“ – leichter kommunizierbar, oft mehr Akzeptanz.
  • Ideal für Gemeinden & KMU, wenn viele Zählpunkte wirklich im passenden Nahebereich liegen.

Nachteile (der unterschätzte Teil)

  • Die Auswahl an passenden Erzeugern/Verbrauchern ist kleiner – dadurch wird ein „gutes Matching“ zwischen Erzeugung und Verbrauch schwieriger.
  • Wenn man abseits von PV auch Wind oder Wasserkraft einbinden will, hängt alles davon ab, ob diese Erzeugung in genau diesem Netzgebiet verfügbar ist.
  • Ähnlich bei Verbrauchern: Wer PV-Spitzen im Sommer perfekt nutzen würde (z.B. Gewerbe, Kühlung, E-Mobilität), sitzt nicht immer im richtigen Nahebereich.

BEG: österreichweit – mehr Teilnehmer, mehr Optionen

Eine Bürgerenergiegemeinschaft (BEG) kann österreichweit organisiert werden. Das macht sie spannend, wenn Standorte, Mitglieder oder Partner über Bundesländer und Netzbetreiber verteilt sind.

Vorteile

  • Mehr Auswahl: Größere Menge an Verbrauchern (und Erzeugern) erleichtert ein ausgeglicheneres Profil über das Jahr.
  • Technologiemix wird realistischer: Wind und Wasserkraft lassen sich in der Praxis oft leichter integrieren, weil die Chance höher ist, dass passende Anlagen „im Pool“ sind.
  • Teilnahme ist breiter möglich: Auch Großunternehmen können teilnehmen (wichtig z.B. für standortübergreifende Modelle).
  • Unabhängigkeit: Man reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Energieversorgern bzw. vom globalen Energiemarkt – auch wenn Reststrom natürlich weiterhin zugekauft wird.

Nachteile

  • Aktuell keine Netzkosten-Reduktion wie bei EEGs: Die Ersparnis entsteht vor allem über einen günstigeren Energiepreis innerhalb der BEG.
  • Damit die Ersparnis stabil bleibt, ist gutes Forecasting & Abwicklungs-Know-how wichtiger (je mehr Strom nicht „zur richtigen Zeit“ genutzt wird, desto mehr Restbezug drückt den Vorteil).

Vergleich auf einen Blick

Kriterium EEG (lokal/regional) BEG (österreichweit)
Reichweite Nahebereich (Trafostation / Umspannwerk) Ganz Österreich
Netzkosten-Ersparnis Ja, reduzierte Netzentgelte (abhängig von lokal/regional & Netzebene) Aktuell nein; Ersparnis über den Energiepreis in der Gemeinschaft
Profil-Matching Schwieriger (kleineres Netzgebiet, weniger Teilnehmer) Leichter (größerer Pool, mehr Diversität)
Wind/Wasser integrieren Nur wenn lokal/regional verfügbar Oft realistischer durch größere Reichweite
Großunternehmen Nicht vorgesehen Teilnahme möglich

Kurz noch: Wo passt die GEA rein?

Eine gemeinschaftliche Erzeugungsanlage (GEA) ist das „Haus-/Objekt-Modell“ (z.B. Mehrparteienhaus). Der Strom bleibt in der internen Anlage – dafür fallen für diesen Anteil typischerweise keine Netzentgelte an. Wenn das eure Situation ist: immer zuerst GEA prüfen, dann EEG/BEG.


Ab Herbst wird’s spannend: ElWG & neue Energy-Sharing-Modelle

Mit dem neuen Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) kommt ein erweitertes Konzept der „gemeinsamen Energienutzung“, inklusive Peer-to-Peer-Verträgen, Direktleitungen, Eigenversorgung neuen organisatorischen Rollen. Auch regionale BEGs inkl. Netzkostenersparnis werden dann möcglich sein. Es gibt eine Übergangsfrist bis 1. Oktober 2026; ab dann sollen die neuen Bestimmungen vollständig gelten.

Heißt: Wer heute plant, sollte sich schon jetzt überlegen, wie das Setup künftig skalieren kann (und welche Modelle ab 2026 zusätzlich Sinn machen).

Neugierig? In einem kostenlosen Erstgespräch
klären wir gemeinsam welches Modell Sinn macht.

1*pro Monat:
News zu Energie,
aktuelle Spartipps & mehr.

☀️  Danke für dein Interesse! Du erhältst in Kürze eine Bestätigung und wirst regelmäßig über Neuigkeiten von sonnnig informiert.
🌧️ Ups. Da ist wohl etwas schief gegangen. Versuchs später nochmal.
Ein Alter Computer auf dessen Bildschrim "Macht Sinn" steht.

Neues aus dem
sonnnig-Netzwerk

sonnnig strahlt in neuem Glanz. Unser Rebranding.

mehr lesen

Improove ist sonnnig. In 1070 strahlen Büro und Angestellte.

mehr lesen

sonnnig strahlt in neuem Glanz. Unser Rebranding.

mehr lesen

sonnnig strahlt in neuem Glanz. Unser Rebranding.

mehr lesen
sonnnig Cookie Consent