Blog #3:
400 Menschen. Ein Umspannwerk. 50.000 € Wertschöpfung:
Wie St. Pantaleon zur aktivsten Energiegemeinschaft wurde.

Ein Himmel mit einer schemenhaften Darstellung einer Energiegemeinschaft in Stile von sonnnig.

Kurzfassung

Karl Öfferlbauer wollte eigentlich nur den PV-Überschuss seines Hauses sinnvoll nutzen. Heute ist er Obmann einer Energiegemeinschaft mit über 400 Mitgliedern – vom Dorfladen bis zum Industriebetrieb. Gegründet mit Förderung des Klima- und Energiefonds (KPC), gemeinsam mit dem örtlichen PV-Installateur und den ersten engagierten Nachbarn, hat die EEG "WIR FÜR UNS" St. Pantaleon-Erla-Pyburg (kurz EEG PEP) 2025 mehr als 370 MWh regionalen Ökostrom geteilt und über 50.000 € in der Region gehalten. Mundpropaganda und gelegentliche Info-Events waren die wirksamsten Marketingkanäle. Das nächste Kapitel hat gerade begonnen.
400+
Mitglieder

26%
Autarkie
(⌀ 2025)
~30.000 €/Jahr
Kosten-Ersparnis in der
Region (2025)
~20.000 €/Jahr
PV-Mehreinnahmen der Region (2025)
~400 MWh
insgesamt geteilt (2025)

Die Ausgangslage

Die Iniatoren in der Nachbarschaft kannten das Problem aus eigener Erfahrung: PV-Anlage am Dach, Überschuss ins Netz, Einspeisetarif enttäuschend. Als in der Umgebung die ersten Energiegemeinschaften entstanden, war die Frage klar: Warum den Strom anonym ins Netz verkaufen, wenn er auch dem Nachbarn, dem Dorfladen oder dem Betrieb drei Straßen weiter zugutekommen könnte? Mit der Förderung des KPC, dem örtlichen PV-Installateur und einem ersten Kreis interessierter Haushalte war die EEG „Wir für uns" gegründet. Was dann folgte, hat Karl selbst überrascht.

Lokale Ansprechpartner:
Vertrauen als Wachstumsfaktor

„Ich war verblüfft, wie schnell die Gemeinschaft wachsen konnte – und wie viel Energie dadurch in der Region geteilt werden kann. Ganz besonders freut mich, dass wir auch Kleinwasserkraft dabei haben. Die liefert Strom auch in der Nacht."
— Karl Öfferlbauer, Obmann EEG „Wir für uns"
Ein wesentlicher Wachstumsfaktor waren die Initiatoren. Menschen sprechen lieber mit jemandem aus der Region als mit einer Plattform. Regelmäßige Infoveranstaltungen vor Ort haben Hemmschwellen abgebaut – besonders bei Betrieben und Haushalten, die noch nie von einer Energiegemeinschaft gehört hatten.
Mundpropaganda hat den Rest erledigt. Wer spart, erzählt es weiter.

Laufende Betreuung
statt einmaliges Aufsetzen

Auf 400 Mitglieder wächst keine EEG von selbst. Was in St. Pantaleon den Unterschied macht, ist aktive, laufende Betreuung. Die Mitgliederstruktur hat sich laufend verändert: Neue Betriebe kamen dazu, industrielle Verbraucher, Wohnhäuser mit unterschiedlichen Lastprofilen. Tarife und Teilungsmechanismen wurden angepasst. Größere Mitglieder mit mehreren Zählpunkten wurden individuell begleitet – von der ersten Anfrage bis zur Anmeldung beim Netzbetreiber. Wo es Verhandlungsspielraum gab, wurde er genutzt, damit möglichst viele kWh in der Region bleiben. Das ist kein Ausnahmefall. Das ist das Modell.

Nächste Phase:
Speicher, Prognosen, Förderung.

Ein Profilfoto von Julia Ehebruster.
Vorhersagen.
Nach dem Aufbau geht es jetzt um die nächste technische Stufe: sonnnig testet in St. Pantaleon erstmals Prognosemodelle direkt in einer aktiven EEG. Wann scheint die Sonne, wann läuft die Kleinwasserkraft, wann wird in der Region wie viel verbraucht – und wie synchronisiert man das? Ziel: weniger ungenutzter Überschuss, höhere Autarkie.

Gemeinschaftsspeicher.
Private Speicher in der Gemeinschaft einzubinden ist der nächste logische Schritt. Berechnungen zeigen: rund 200 kWh verteilte Speicherkapazität wären sinnvoll – genug, um Überschüsse aus der Mittagsspitze in die Abendstunden zu schieben. Die Simulation liegt vor. Die Planung läuft.
KPC + ENERCOM.
Mit dem Klima- und Energiefonds als frühem Fördergeber hat die EEG PEP gezeigt, dass Förderung kein Selbstzweck ist – sondern Grundlage für echten Aufbau. Mit dem EU-Programm ENERCOM konnte die EEG PEP weiter Unterstützung für zukünftige Ausbaupläne akquirieren. Aus 700 Einreichung in der ganzen EU wurde das Konzept der EEG PEP als eines von 70 geförderten Projekten ausgewählt. Damit wird nun ein Businessplan für gemeinschaftliche Anlagen entwickelt: Gemeinschafts-PV und Speicher als nächste Ausbaustufe.

Ergebnis 2025:
Was in der Region bleibt

Für die Mitglieder zeigt sich das Modell in konkreten Zahlen:

Das macht die Energiewende sichtbar, lokal und nachvollziehbar.


Mit dem sonnnig Dashboard
hat Karl alles im Blick.

Dashboard interface showing a members list with columns for meter number, member name, address, join date, percentage, status, and messages in German.
Dass Karl den Überblick über 400 Mitglieder, dutzende Zählpunkte und laufende Abrechnungen behält, liegt nicht daran, dass er besonders viel Zeit investiert. Die sonnnig Plattform zeigt ihm auf einen Blick: welche Mitglieder aktiv teilen, Einstellungen der Teilnahmefaktoren, was abgerechnet wurde – und was gerade optimiert werden kann. Buchhaltungsdokumente werden direkt aus der Plattform exportiert, der Steuerberater bekommt was er braucht, ohne Excel-Pingpong.




Wohnst du im Einzugsgebiet UW Pyburg?👉 Jetzt der EEG „Wir für uns" beitreten

Ein Profilfoto von Lukas, dem Gründer von sonnnig.
verfasst am 1.3.2026 von Lukas Hückel.

Lukas ist Mitgründer von sonnnig. Er kümmert sich um Gründung, Verwaltung und Optimierung von Energiegemeinschaften in allen Formen.
lukas@sonnnig.at

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